Aktuelles

 

Bericht des scheidenden Ortsvorsitzenden Dr. Benjamin Richter vom 23. Juni 2014:

 

Liebe Schifferstadter Liberale,

die heute zu Ende gehende Amtszeit des Ortsvorstandes, die am 12. März 2012 begann, war sehr arbeits-, aber leider wenig erfolgreich. Von den vielen Aktivitäten möchte ich einige nur stichpunktartig erwähnen:

- den Relaunch unserer Internetseite www.fdp-schifferstadt.de

- zwei Radtouren unter dem Titel LibeRadtour, von denen die zweite jedoch mangels Teilnehmern abgesagt werden musste

- die Teilnahme an der diesjährigen Aktion Sauberes Schifferstadt

- drei Bürgerumfragen unter der Federführung von Bernd Schütte

- die Begleitung der Projekte Zug der Erinnerung und Stolpersteine, ebenfalls durch Bernd Schütte

- die SEPA-Umstellung in der Verantwortung von Monika Beck

- eine Informationsversanstaltung mit Dr. Wissing im Frühjahr 2013 sowie eine sehr gut besuchte Diskussionveranstaltung mit Professor Habermann im Herbst 2013

Leider hatten wir auch einen Todesfall zu beklagen: Unser langjähriges Mitglied Franz Beck ist im vorigen Jahr verstorben.

Die größte Herausforderung für den Ortsvorstand war zweifellos der Wahlkampf, der im Sommer 2013 begann und mit einer kurzen Unterbrechung bis vor wenigen Wochen andauerte. Ein Programm wurde verabschiedet, eine Liste aufgestellt, Werbemittel wurden kreiert und veröffentlicht, Info-Stände abgehalten, zahlreiche Veranstaltungen besucht etc. Ich denke, dass wir mit unseren personell wie finanziell knapp bemessenen Mitteln hier viel geleistet haben.

Das historisch schlechte Bundestagswahlergebnis haben wir bereits ausführlich debattiert. Bei den Europa- und Kommunalwahlen am 25. Mai dieses Jahres mussten wir erneut eine schwere Niederlage hinnehmen. Karen Lill wird in der kommenden Legislaturperiode wieder Einzelkämpferin im Stadtrat sein. Angesichts der vielfältigen Bemühungen unserer Stadtratsfraktion in den letzten fünf Jahren sowie unseres engagierten Wahlkampfes empfinde ich dieses Ergebnis als sehr enttäsuchend.

Woran hat es gelegen? Ich war oft der Meinung, dass wir uns als Fraktion schärfer hätten profilieren müssen, dass wir weniger konziliant hätten auftreten sollen. Wenn man sich dann allerdings das Ergebnis einer gewissen Wählergruppe ansieht, die eine solche Strategie geradezu exzessiv gefahren hat, und feststellt, dass ihre Fraktion vom Wähler halbiert wurde, dann könnte man zu der Schlussfolgerung kommen, dass ich mit meiner Meinung falsch liege. Zu denken gibt auch das Ergebnis einer anderen Partei, die kommunalpolitisch bis kurz vor dem Wahltag noch nie in Erscheinung getreten war und aus dem Stand fast neun Prozent geholt hat. Es liegt mir fern, die Verantwortung für die Wahlniederlage von mir zu weisen, aber mir drängt sich der Eindruck auf, dass der Bundestrend mehr als alles andere den Ausschlag bei den Kommunalwahlen gegeben hat und dass es ziemlich egal war, was wir in den fünf Jahren im Stadtrat und in den fünf Monaten im Wahlkampf gemacht haben. Diese Erkenntnis ist ebenfalls sehr ernüchternd und einer der Gründe, warum ich nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiere. Ein Vorsitzender muss von der Sinnhaftigkeit seines Tuns überzeugt sein, um Vordenker und Motivator sein zu können. Dafür fehlt mir auf absehbare Zeit der Elan. Es gibt aber noch einen zweiten, persönlichen Grund: Ich stehe derzeit vor einer beruflichen Neuorientierung, die all meine Aufmerksamkeit und Energie erfordert.

Um mit etwas Positivem zu schließen: Was ich in den vergangenen gut zwei Jahren als sehr angenehm empfunden habe, war der menschliche Zusammenhalt im Ortsverband. Wenn es auch bei der ein oder anderen politischen Diskussion hoch her ging, haben wir uns letzten Endes immer wieder zusammengerauft und an einem Strang gezogen. Es gab keinerlei persönliche Animositäten, wie man sie andernorts doch immer wieder bemerkt. Mochten die Wahlergebnisse auch schlecht sein – die Stimmung war stets gut! Die Zusammenarbeit im Vorstand war einwandfrei und ich möchte den Kollegen dafür danken. Hervorheben möchte ich außerdem drei Mitglieder, die sich stark eingebracht haben, obwohl sie nicht dem Ortsvorstand angehörten, nämlich unsere unermüdliche Fraktionsvorsitzende Karen Lill, Doris Disqué, die den Liberalen Stammtisch organisiert und unsere Anzeigenkampagne durchgeführt hat, und Elisabeth Pfrengle, die die schöne Geste übernommen hat, den Geburtstagskindern unter den Schifferstadter Liberalen im Namen aller Mitglieder zu gratulieren.

Wenn es uns gelingt, diesen Geist des Zusammenhalts zu pflegen, wird die Schifferstadter FDP zweifellos auch wieder bessere Zeiten erleben.